Weltreise Start

WELTREISE START – KOH JUM

ANKUNFT

Nach 11 Stunden Flug, einem kurzen Zwischenstop in Bangkok und weiteren 1,5 Stunden im Flieger, setzten wir endlich zur finalen Landung in Krabi, einer kleinen Provinz in Südthailand, an. „Unsere Weltreise startet genau jetzt“, sagte Kai mit einem breiten Grinsen und stand auf, um unser Handgepäck aus den oberen Fächern zu holen. Wir guckten uns nochmal auf unseren Plätzen um – nichts vergessen? Dann konnte es ja losgehen. 

Raus in unser neues Leben. 

Der Flughafen erinnerte einwenig an den auf Koh Samui – klein und beschaulich. Sehr schön dachten wir – dann kann das mit der Gepäckausgabe ja nicht allzu lange dauern. Von Krabi aus sollte es nämlich noch eine Stückchen weiter in den Süden, auf die kleine Insel Koh Jum gehen und wir wussten ehrlich gesagt nicht, wie lange wir vom Flughafen aus noch bis zur Insel brauchten.

Zugegeben – wir hatten keine Lust uns bei der ersten Ankunft noch um irgendeinen Transport kümmern zu müssen und haben das Transfer Angebot der Unterkunft, beim Buchen, direkt mit in Anspruch genommen. Das dieser natürlich etwas teuer sein wird als wenn wir uns was vor Ort suchen war uns egal. Wir wollten einfach nur ankommen.

Wir holten unsere Backpacks und suchten uns erstmal ein Plätzchen am Rand, um sie in Ruhe aus der Flugschutzhülle zu kramen. Irgendwie fühlte sich der ganze Prozess noch ziemlich umständlich an und ich musste darüber nachdenken, wie routiniert wir in solchen Abläufen wohl mal sein werden. 

TYPISCH DEUTSCH – TYPISCH THAI

Vollbepackt ging es dann als einer der letzten in Richtung Empfangshalle, wo wir von unzähligen Thais begrüßt wurden, die entweder Schilder mit Insel – oder Unterkunftsnamen hochhielten. Wir schauten uns um und überflogen jedes Schild. 

„Siehst du irgendwo den Namen von unserer Unterkunft oder der Insel?“
– „Nö, aber ich glaube draußen stehen auch noch welche. Lass uns da mal dort nach gucken.“

Wir gingen aus dem Flughafen raus und wurden im selben Moment von 31°C, Luftfeuchtigkeit deluxe und noch mehr Thais begrüßt, die versuchten sich mit ihren „Taxi! Taxi! Taxi!“ rufen gegenseitig zu übertrumpfen. Wir schauten auf die Schilder die an uns vorbei huschten, aber auf keinem stand irgendwas in Verbindung mit uns. Langsam fanden alle Schilder ihre dazugehörigen Leute und verschwanden nach und nach..

„Sollen wir uns drinnen nicht mal wegen einer SIM – Karte erkundigen, damit wir bei der Unterkunft anrufen und nachfragen können, ob die uns vergessen haben?“ Ich merkte wie ich langsam genervt wurde. Wieso konnte das hier nicht einfach mal reibungslos klappen? Und noch genervter war ich, weil es mich genervt hat. Dieses Denken dass alles sofort klappen muss, wieso steht hier noch keiner mit unserem Schild und überhaupt, warum sind wir nicht schon längst auf der Insel? Typisch deutsch…

Wir müssen etwas aufgeschmissen ausgesehen haben, denn plötzlich wurden wir von der Seite angesprochen.
„Where you go?“, fragte eine junge Frau, die bis jetzt hektisch hin und her gelaufen ist und dafür gesorgt hat die Leute vor dem Flughafen in die richtigen Taxis zu verfrachten. 

Wir haben ihr kurz den Stand der Dinge erklärt, woraufhin sie die Telefonnummer der Unterkunft haben wollte. Wir zeigten ihr die geöffnete Buchungsbestätigung, sie wählte die Nummer und fing wieder an hin und her zu laufen. Nach ein paar Minuten kam sie zu uns und meinte die Unterkunft ruft gleich zurück. 

‚Wie nett, dass die da jetzt einfach für uns angerufen hat‘ dachte ich, als sie auch schon wieder auf uns zugelaufen kam, Kai direkt ihr Handy in die Hand drückte und sich weiter um irgendwelche Menschen kümmerte.

„Our Driver is at the wrong Terminal. He is going to pick you up in 10min.“ 

Dankbar gaben wir das Handy zurück und setzen uns auf unsere Backpacks.
Die genervtheit, die vor ein paar Minuten noch versucht hat sich auszubreiten, war sofort weg. Stattdessen kam eine positive Verwunderung über dieses freundliche, hilfsbereite Volk auf.

Was für ein Start. 

AB AUF DIE INSEL

Keine 5 Minuten später sahen wir es endlich – Unser Schild:

KAI HENRY SCHIFFERS
SEASON BUNGALOW

„Here, its us!“, riefen wir gleichzeitig, winkten total euphorisch und sprangen von unseren Backpacks auf. Der junge Thailändische Mann entschuldigte sich mehrmals dafür, dass wir warten mussten und gemeinsam gingen wir zum Van.
Überrascht davon, dass die Temperatur im Van nicht der in einem Gefrierhaus ähnelte, ließen wir uns auf unsere Sitze zurückfallen. 

Wir fuhren los und ich musste an unseren Koh Samui Urlaub denken. Als Kai mich die ganze Zeit erwartungsvoll angeschaut und gehofft hat, dass mir das Land genauso gefallen wird wie ihm. Dieses mal war es anders. Dieses mal waren wir nicht nur für 2 Wochen Urlaub hier. Dieses mal wird das Land für mindestens 60 Tage unser Zuhause sein. Ich schaute auf die vorbeiziehende Landschaft und zum ersten mal hatte ich das Gefühl ein Stück weit zu begreifen was wir hier gerade machen. 

„You need Internet?“, fragte uns der Fahrer.
„Ähm…yes.“, antwortete Kai und guckte mich an. Ja ich weiß, dass war eine Sache die wir vorher nachgeguckt haben wollten, aber irgendwie nicht mehr getan haben bevor wir losgeflogen sind. 

Schon steuerten wir den nächsten 7/11 an.
15 Tage unbegrenzt 4G für 17,94€. Das sind 1,20€ pro Tag. “Alles klar nehmen wir.“
Keine 10 Minuten später hielten wir unser fertig eingerichtetes Handy mit neuer SIM- Karte in den Händen und waren begeistert darüber, wie unkompliziert hier alles ist. 

Die Fahrt dauerte ca. 30 Minuten und führte durch abgelegene Straßen vorbei an Kokosplantagen und wunderschöner Natur.
Wir bogen noch einmal links ab und kamen in eine kleine Straße mit ein paar Häusern. Nach einem kleinen Stück stoppte der Van und wir stiegen aus. Zwischen zwei Häusern führte ein schmaler Pfad zu einem kleinen Steg, wo bereits ein Longtailboot auf uns wartete.

Longtail Boat nach Koh Jum
Kai auf dem boot Koh Jum

Die einstündige Überfahrt verging wie im Flug. Wir saßen einfach nur da. Ohne irgendwas zu sagen.

Wir konnten es nicht fassen, dass wir gerade in diesem kleinen Holzboot, vorbei an wunderschönen kleinen Inselgruppen zu unserer Insel geschippert werden. Der frische Wind, die salzige Meeresluft, die kleinen Wasserspritzer die immer mal wieder über den Bootsrand flogen – es war perfekt.

Angekommen auf Koh Jum

Das Longtailboot wurde langsamer und steuerte auf einen langen Strand zu.
Es sah noch schöner aus als auf den Bildern der Internetseite.
Eine Leiter wurde an der Seite angebracht. Wir stiegen vom Boot und standen mit unseren Chucks direkt im Meer. 

Was für ein geiles Gefühl!

Unsere Weltreise hat endlich begonnen.

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